11 | Der Prophet Ya’qub

Aus: Atlas of the Qur'an, Dr. Shauqi Abu Khalil
Aus: Atlas of the Qur’an, Dr. Shauqi Abu Khalil

Ya’qub kommt im Koran 16-mal vor, weitere 25 Male wird indirekt von ihm berichtet. Ya’qub ist auch als Isra’il bekannt und von ihm stammen die 12 Stämme der Banu Isra’il ab.

Ya’qub ist der Sohn vom Propheten Ishaq und (nach den Schriften der Juden und Christen) von Rebekka (arab. Rifqa). Er hatte einen Zwillingsbruder Esau (arab. al-‘Îsa).

Laut den jüdischen und christlichen Schriften hatte er 2 Ehefrauen und insgesamt 13 Kinder, davon 1 Tochter und 12 Söhne:

Seine Frau Leah gebar ihm seine Tochter Dinah und die sechs Söhne Reuben, Simeon, Levi, Judah, Issachar und Zebulun. Mit Leah’s Magd Zilpah hatte er die zwei Söhne Gad and Asher.

Zusammen mit Rachel bekam er die Söhne Benjamin and Joseph. Mit Rachels Magd Bilhah hatte er die zwei Söhne Dan and Naphtali.

Zusammen mit seiner Frau Rachel bekam Ya’qub zwei Söhne: den Propheten Yusuf und Binyamin.

Möglicherweise wird er Isra’il genannt, da er von besonders edlem Charakter war (sariyy Allāh ) oder weil er in der Nacht gereist ist, um vor dem Zorn seines Bruders Esau zu fliehen ( yasīr fi ’l-layl or yasrī bi ’l-layl ).

Bei Ibn Kathir werden viele Details aus den jüdischen und christlichen Schriften berichtet, von denen mir einige jedoch etwas abwegig erscheinen, weshalb ich darauf verzichte, sie hier wiederzugeben. Eine kurze Zusammenfassung über den Patriarchen Jakob aus jüdisch-christlicher Sicht findet sich hier (englisch).

Erwähnungen im Koran

Sure al-Baqara

Wer wird das Glaubensbekenntnis Ibrahims wohl verschmähen außer dem, der selbst betört ist? Wir haben ihn (Ibrahim) ja bereits im Diesseits auserwählt, und im Jenseits gehört er wahrlich zu den Rechtschaffenen. (2:130(Damals,) als sein Herr zu ihm sagte: “Werde Muslim!” Ich habe mich dem Herrn der Weltenbewohner ergeben.”(2:131) Und Ibrahim befahl es seinen Söhnen an – (er) und Ya’qub: “O meine Kinder, Allah hat euch die Religion auserwählt; so sterbt denn nicht, außer (Ihm) ergeben zu sein!” (2:132) Oder wart ihr etwa Zeugen, als Ya’qub der Tod nahte? Als er zu seinen Söhnen sagte: “Wem werdet ihr nach mir dienen?” Sie sagten: “Wir werden deinem Gott und dem Gott deiner Vorväter Ibrahim, lsma’il und Ishaq dienen, als dem Einen Gott, und Ihm sind wir ergeben. (2:133)

Sagt: Wir glauben an Allah und an das, was zu uns (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, und an das, was zu Ibrahim, Isma’il, lshaq, Ya`qub und den Stämmen herabgesandt wurde, und (an das,) was Musa und ‘Isa gegeben wurde, und (an das,) was den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von ihnen, und wir sind Ihm ergeben. (2:136)

Oder wollt ihr etwa sagen, Ibrahim, Isma’il, lshaq, Ya’qub und die Stämme seien Juden oder Christen gewesen? – Sag: Wißt ihr es besser oder Allah? – Wer ist ungerechter, als wer ein Zeugnis von Allah bei sich verheimlicht? Und Allah ist nicht unachtsam dessen, was ihr tut. (2:140)

Sure Âl Imran

Sag: Wir glauben an Allah und (an das,) was auf uns und was auf Ibrahim, Isma’il, Ishaq, Ya’qub und die Stämme (als Offenbarung) herabgesandt wurde und was Musa, ‘Isa und den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von Ihnen, und wir sind Ihm ergeben. (3:84)

Alle Speisen waren den Kindern Isra’ils erlaubt außer dem, was Isra’il sich selbst verbot, bevor die Tora offenbart wurde. Sag: Bringt doch die Tora bei und verlest sie dann, wenn ihr wahrhaftig seid. (3:93)

Erklärung von Muhammad Asad:

Bis hierhin handelte der Großteil dieser Sure vom göttlichen Ursprung des Qur’an und diente dazu, die wahre Natur der dem Propheten anvertrauten Sendung darzulegen . nämlich seinen Ruf zur Anerkennung der Einheit und Einzigkeit Gottes. Nun ist Vers 93-97 einer Widerlegung zweier Einwände seitens der Juden gegen das gewidmet, was sie als Verstoß des Qur’an gegen biblische Gesetzte erachten, obwohl der Qur’an immer wieder betont, dass diese Offenbarung die den Lehren der früheren Propheten innewohnenden Wahrheit bestätigt. Diese zwei Einwände beziehen sich a) auf die qur’anische Aufhebung gewisser in der Torah niedergelegter Speisegebote und -verbote, und b) die angebliche “Ersetzung” von Mekka für Jerusalem als Gebetsrichtung (qibla) – siehe Sure 2, Anmerkung 116. Um dem Einwand bezüglich der der jüdischen Speisegesetze zu begegnen, ruft der Qur’an ins Gedächtnis, dass den Kindern Israels ursprünglich alle bekömmlichen Speisen erlaubt waren und dass die ihnen in der Folge durch die Torah auferlegten strengen Einschränkungen nur eine Strafe für ihre Sünden waren (vgl. 6:146) und daher nie für eine Gemeinschaft beabsichtigt waren, die sich wahrhaft Gott ergibt, Zur Entgegnung auf den zweiten Einwand siehe Vers 96.

Sure al-Nisa

Gewiß, Wir haben dir (Offenbarung) eingegeben, wie Wir Nuh und den Propheten nach ihm (Offenbarung) eingegeben haben. Und Wir haben Ibrahim, Isma’il, Ishaq, Ya’qub, den Stämmen, “Isa, Ayyub, Yunus, Harun und Sulaiman (Offenbarung) eingegeben, und Dawud haben Wir ein Buch der Weisheit gegeben. (4:163)

Sure al-An’am

Und Wir schenkten ihm Ishaq und Ya’qub; jeden (von ihnen) haben Wir rechtgeleitet. Und (auch) Nuh haben Wir zuvor rechtgeleitet, und aus seiner Nachkommenschaft Dawud, Sulaiman, Ayyub, Yusuf, Musa und Harun – so vergelten Wir (es) den Gutes Tuenden -; (6:84) und Zakariyya, Yahya, ‘Isa und Ilyas: jeder (von ihnen) gehört zu den Rechtschaffenen; (6:85) und lsma’il, Alyasa’, Yunus und Lut: jeden (von ihnen) haben Wir vor den (anderen) Weltenbewohnern bevorzugt; (6:86) und (auch manche) von ihren (Vor)Vätern, ihren Nachkommen und ihren Brüdern; Wir haben sie erwählt und zu einem geraden Weg geleitet. (6:87)

Sure Hud

Unsere Gesandten kamen bereits zu Ibrahim mit der frohen Botschaft. Sie sagten: “Frieden!” Er sagte: “Friede!” Er verweilte nicht lange, da brachte er ein gebratenes Kalb herbei. (11:69) 

Erklärung von Muhammad Asad:

Der Qur’an sagt nicht direkt, dass diese Gäste Abrahams Engel waren; da aber der Ausdruck rusuluna (“unsere Boten”) oft im Sinne von himmlischen Boten gebraucht wird, interpretieren ihn alle klassischen Kommentatoren so im obigen Kontext. Zum Inhalt der hier erwähnten “frohen Kunde” siehe Vers 71 unten. – Der Grund dafür, der Geschichte von lot eine Episode aus dem Abrahams Leben vorangehen zu lassen, liegt in des letzteren nachfolgendem Bitten für das sündhafte Volk von Sodom (Verse 74-76) und möglicherweise auch in Gottes früherem Versprechen an ihn: Siehe, ich werde dich zu einem Führer der Menschen machen (siehe 2:214), das ihn mit einem gesteigerten Sinn moralischer Verantwortung nicht nur für seine eigene Familie, sondern auch für die Leute erfüllt haben muss, mit denen er indirekt durch seinen Neffen Lot verbunden war.

Als er aber sah, daß ihre Hände nicht danach hinlangten, fand er es von ihnen befremdlich, und er empfand Furcht vor ihnen.¹ Sie sagten: “Fürchte dich nicht! Wir sind zu dem Volk Luts gesandt.”² (11:70) Seine Frau stand dabei. Sie lachte, und da verkündeten Wir ihr Ishaq, und nach Ishaq Ya’qub. (11:71)

Erklärung von Muhammad Asad:

¹ Wörtl.: “er wusste nicht, (was er von) ihnen zu halten hatte) und empfand Furcht vor ihnen”. Da sie Engel waren, aßen sie nicht (im Gegensatz zur biblischen Aussage in Genesis 18,8); und da in der arabischen Tradition der Gastfreundschaft die Weigerung eines Fremden, das ihm angebotene Essen zu sich zu nehmen, ein Anzeichen unfreundlicher Absicht ist, wurde Abraham – der bis dahin noch nicht erkannt hatte, dass seine Gäste Engel waren – misstrauisch wegen möglicher Feindschaft ihrerseits.

² Dem biblischen Bericht zufolge (vom Qur’an nicht widersprochen) lebte Lot, ein Sohn Abrahams Bruder, östlich des Jordan in der gegend, wo heute das Tote Meer liegt (das im arabischen bahr Lut, “Lots Meer” heisst). Das Volk Lots war nicht wirklich seine Gemeinschaft, denn er war – wie Abraham – aus Ur im südlichen Babylonien gebürtig und von dort mit deinem Onkel ausgewandert: daher bezeichnet im Qur’an der Ausdruck “Lots Volk” stets die Bewohner der Stadt (oder des Landes) von Sodom, unter denen er zu leben gewählt hatte und denen gegenüber ihm eine prophetische Sendung anvertraut worden war.

Sure Yusuf

Er sagt: “O mein lieber Sohn, erzähle dein (Traum)gesicht nicht deinen Brüdern, sonst werden sie eine List gegen dich schmieden. Gewiß, der Satan ist dem Menschen ein deutlicher Feind. (12:5)

Erklärung von Muhammad Asad:

Wie in der biblischen Schilderung von Josefs Geschichte zeigt der Qur’an, dass Jakob nicht fehlte, die Bedeutung der Traumvision von zukünftiger Größe seines Sohnes zu verstehen, wobei die elf Sterne seine Brüder sowie die Sonne und der Mond seine Eltern symbolisierten. Aber während die Bibel davon spricht, dass der Vater seinen Sohn “schalt” (Genesis 37, 10), in der offensichtlichen Annahme, dass der Traum das Ergebnis von Wunschdenken war, macht der Qur’an klar, dass Jakob – der selbst ein Prophet war – sofort sein prophetisches Wesen und seine tieferen Implikationen erkannte.

Und so wird dein Herr dich erwählen und dich etwas von der Deutung der Geschichten lehren und Seine Gunst an dir und an der Sippe Ya’qubs vollenden, wie Er sie zuvor an deinen beiden Vätern Ibrahim und lshaq vollendet hat. Gewiß, dein Herr ist Allwissend und Allweise.” (12:6)

Er [Yusuf] sagte: “Es wird euch kein Essen gebracht, mit dem ihr versorgt werdet, ohne daß ich euch die Deutung davon kundgetan habe, bevor es euch gebracht wird. Seht, das ist etwas von dem, was mich mein Herr gelehrt hat. Verlassen habe ich das Glaubensbekenntnis von Leuten, die nicht an Allah glauben, und (verlassen habe, ich) sie, die sie das Jenseits verleugnen, (12:37und ich bin dem Glaubensbekenntnis meiner Väter Ibrahim, Ishaq und Ya’qub gefolgt. Es steht uns nicht zu, Allah etwas beizugesellen. Das ist etwas von Allahs Huld gegen uns und gegen die Menschen. Aber die meisten Menschen sind nicht dankbar. (12:38)

Und er [Ya’qub] sagte: “O meine Kinder, geht nicht (alle) durch ein einziges Tor hinein, sondern geht durch verschiedene Tore hinein. Ich kann euch gegen Allah nichts nützen. Das Urteil ist allein Allahs. Auf Ihn verlasse ich mich; und auf Ihn sollen sich diejenigen verlassen, die sich (überhaupt auf jemanden) verlassen (wollen).” (12:67) 

Erklärung von Muhammad Asad:

Wahrscheinlich, um nicht unnötige Aufmerksamkeit in dem fremden land zu erwecken und möglicherweise Intrigen zum Opfer zu fallen. Siehe in diesem Zusammenhang die Anmerkung unten.

Als sie hineingingen, wie ihr Vater ihnen befohlen hatte, konnte es ihnen vor Allah nichts nützen. (Es war) nur ein Bedürfnis in der Seele Ya’qubs, das er (damit) erfüllte. Und er besaß fürwahr Wissen, weil Wir es ihn gelehrt hatten. Aber die meisten Menschen wissen nicht. (12:68)

Erklärung von Muhammad Asad:

Wörtl.: “sie (d.h. seine Bitte, dass sie durch verschiedene Tore in die Stadt gehen sollten) war nur ein Wunsch in Jakobs Herz (nafs) gewesen, den er (so) stillte”. Mit anderen Worten, als er seinen Söhneen diesen Rat gab, folgte er lediglich einem instinktiven, menschlich-verständlichem Drang und erwartete in der tat nicht, dass irgendeine äußerliche Vorkehrung an sich ihnen helfen würde: denn, wie er selbst beim Abschied sagte: “Das Urteil (darüber, was geschehen soll) liegt bei keinem außer Gott”. Diese nachdrückliche Betonung der völligen Abhängigkeit des Menschen von Gott – eine grundlegende Lehre des Islam – erklärt, weshalb Jakobs Rat (der an sich für die Geschichte nicht relevant ist), in der obigen qur’anischen Erzählung erwähnt worden ist.

Sure Maryam

Gewiß, ich fürchte die Verwandten nach mir, und meine Frau ist unfruchtbar. So schenke mir von Dir aus einen nahen Verwandten, (19:5der mich beerbt und von der Sippe Ya’qubs erbt, und mach ihn, mein Herr, (Dir) wohlgefällig.” (19:6)

Er sagte: “Friede sei auf dir! Ich werde meinen Herrn für dich um Vergebung bitten; gewiß, Er ist zu mir sehr entgegenkommend. (19:47) Ich werde mich von euch und von dem, was ihr anstatt Allahs anruft, fernhalten und nur meinen Herrn anrufen. Vielleicht werde ich im Bittgebet zu meinem Herrn nicht unglücklich sein.” (19:48) Als er sich nun von ihnen und von dem, dem sie anstatt Allahs dienten, fernhielt, schenkten Wir ihm Ishaq und Ya’qub; und alle (beide) machten Wir zu Propheten. (19:49) Und Wir schenkten ihnen (etwas) von Unserer Barmherzigkeit, und Wir verliehen ihnen einen hohen Ruf an Wahrhaftigkeit. (19:50)

Sure al-Anbiya

Sie wollten gegen ihn [Ibrahim] mit einer List vorgehen. Da machten Wir sie zu den größten Verlierern. (21:70) Und Wir erretteten ihn und Lut in das Land, das Wir für (all) die Weltenbewohner gesegnet haben. (21:71) Und Wir schenkten ihm lshaq und Ya’qub zusätzlich; und alle machten Wir rechtschaffen. (21:72Und Wir machten sie zu Vorbildern, die nach Unserem Befehl leiteten. Und Wir gaben ihnen ein, gute Werke zu tun, das Gebet zu verrichten und die Abgabe zu entrichten. Und sie pflegten Uns zu dienen. (21:73)

Sure al-Ankabut

Und Wir schenkten ihm Ishaq und Ya’qub und richteten unter seiner Nachkommenschaft das Prophetentum und die Schrift ein und gaben ihm seinen Lohn im Diesseits. Und im Jenseits gehört er fürwahr zu den Rechtschaffenen. (29:27) 

Sure Sad

Und gedenke Unserer Diener Ibrahim, Ishaq und Ya’qub, die Kraft und Einsicht besaßen. (38:45) Wir erlasen sie durch eine besondere Eigenschaft aus, mit dem Gedenken an die (jenseitige) Wohnstätte. (38:46) Sie gehören bei Uns wahrlich zu den Auserwählten und Besten. (38:47) Und gedenke Isma’ils, Alyasa’s und Du ‘1-Kifls. Alle gehören zu den Besten. (38:48)

 

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by Salsabil al-Almaniya