Propheten im Islam

Eine Erläuterung zu den farblichen Unterlegungen und deren Bedeutung findet sich am Ende der Seite.

  Koranische Bezeichnung Arabische Schriftform Biblische Bezeichnung
1   Adam¹ آدم‎ Adam
Adam wurde an einem Freitag erschaffen und soll 60 Ellenlängen groß gewesen sein. Er soll 940 Jahre alt geworden sein und 60 seiner vorgesehenen Lebensjahre an den Propheten Dawud abgegeben haben. Adam wurde aus Erde (genauer: Lehm) erschaffen. Seine Frau war Hawwa (Eva), die aus seiner Rippe erschaffen wurde. Sie lebten zusammen im Paradiesgarten, bis sie eines Tages Früchte vom „ewigen Baum“ aßen, den Allah ihnen verboten hatte. Daraufhin wurden sie aus dem Paradiesgarten verbannt und lebten von da an auf der Erde. Adam und Hawwa hatten viele Kinder, unter anderem Habil und Qabil (Kain und Abel) und Seth.
2   Idrîs¹ إدريس Henoch²
Idris wurde in Babylon geboren und ging später nach Ägypten (oder wurde in Ägypten geboren) und rief die Menschen dort zum Glauben an den einen Gott auf. Er war der erste der Nachkommen Adams, der nach Adam und Seth zum Propheten berufen wurde. Er war der erste Mensch der schreiben konnte. Idris starb nicht auf gewöhnliche Weise, sondern wurde von einem Engel in den 4. (oder 6.) Himmel hinaufgehoben. Auf dem Weg dorthin kam ihnen der Todesengel entgegen und nahm seine Seele mit sich.
 3  Nûh¹ نوح Noah
Das Volk Nuhs war das erste, welches die Statuen anbetete, die ihre Vorfahren von rechtschaffenen Menschen schufen, und sich damit dem Götzendienst schuldig machte. Nuh rief die Menschen auf die unterschiedlichsten Weisen über einen Zeitraum von fast 1000 Jahren zum Glauben an den einen Gott auf. Als dies ohne Erfolg blieb, forderte Allah ihn auf, ein Schiff zu bauen und seine Familie, die Gläubigen und von jeder Tierart ein Pärchen auf dem Schiff zu versammeln. Daraufhin kam ein Unwetter bzw. eine Sintflut über die Menschen und vernichtete alle Ungläubigen, darunter auch ein Sohn Nuhs und die Ehefrau Nuhs. Die Menschen, die überlebten, waren Nachkommen Noahs, so dass er auch der „zweite Stammvater“ genannt wird.
 4  Hûd¹ هود evtl. Eber
Hud war der Prophet, der zum wohlhabenden, aber hochmütigen Volk der ‘Ad gehörte. Das Volk lebte in einem Gebiet zwischen Jemen und Oman und es war das erste, das nach der Sintflut wieder begann, Götzen anzubeten und nicht an das Jenseits zu glauben. Sie bauten imposante Gebäude ohne Nutzen – allein, um für die Nachwelt in Erinnerung zu bleiben und dadurch unsterblich zu werden. Zur Strafe wurden sie durch einen orkanähnlichen, eisigen Sturm völlig vernichtet, der 7 Nächte und 8 Tage lang andauerte. Hud und die Gläubigen blieben verschont.
 5  Sâlih¹ صالح evtl. Schilo²
Salih wurde als Prophet zum Volk der wohlhabenden, hochentwickelten Thamud gesandt, das wie das Volk der ‘Ad Götzen anbetete. Sie waren dafür bekannt, ihre Häuser in die Felsen zu meißeln und lebten in einer Gegend nahe der Stadt Tabuk auf der arabischen Halbinsel. Nur wenige der Thamud folgten Salihs Botschaft, die meisten blieben ungläubig und verspotteten ihn. Sie forderten Salih auf, seine Wahrhaftigkeit zu beweisen und Allah darum zu bitten, ein Kamel aus den Felsen erscheinen zu lassen. Allah erfüllte diese Forderung, trug den Menschen jedoch auf, diese Kamelstute auf ihren Feldern weiden zu lassen und ihr nichts Böses zuzufügen. Doch einige der Thamud schmiedeten einen Plan, schnitten eines Nachts die Fesseln der Kamelstute durch und töteten sie. Salih verkündete den Thamud daraufhin, dass ihnen noch 3 Tage blieben. In der folgenden Nacht überfielen einige der Thamud den Propheten Salih und seine Familie und versuchten ihn zu töten. Die Mörder wurden durch Steine, die vom Himmel herabkamen, getötet. In der dritten Nacht war die gesetzte Frist zu Ende und es ertönte ein schrecklicher Schrei (oder Donnerschlag), der alle – bis auf die Salih und die Gläubigen – vernichtete und die imposanten Bauwerke der Thamud dem Erdboden gleich machte.
6   Ibrâhîm¹ إبرَاهِيم Abraham²
Ibrahim stammt vermutlich aus Babylonien, wo die Menschen Götzen anbeteten. Im Koran wird ausführlich beschrieben, wie er auf sanftmütige und intelligente Weise versucht, seinen Vater und die anderen Götzendiener zum Glauben an den einen Gott aufzurufen. Letztendlich begann er die Götzen seines Volks zu zerstören, um deren Machtlosigkeit zu beweisen. Daraufhin versuchten diese ihn zu verbrennen, doch Allah ließ das Feuer kühl sein, so dass Ibrahim unversehrt blieb. Ibrahim wanderte dann mit seiner Frau Sarah in den Nahen Osten (ash-Sham) aus. Sarah hatte eine Magd mit dem Namen Hajar geschenkt bekommen. Da sie selbst keine Kinder bekommen konnte, schenkte sie Ibrahim die Magd, die ihm Kinder gebären sollte. Als Hajar tatsächlich einen Sohn mit dem Namen Ismail bekam, verließ Ibrahim mit den beiden den Nahen Osten und führte sie in das Gebiet, wo später Mekka entstand. Allah trug Ibrahim auf, seine Frau Hajar und seinen Sohn dort zurückzulassen. Hajar vertraute auf Allah und stieß bei der Suche nach Wasser auf wundersame Weise auf die Quelle Zamzam. Daraufhin wurde das Land fruchtbar und es siedelte sich dort der Stamm der Jurhum an, so dass Hajar und Ismail gerettet waren. Eine weitere Prüfung, die es zu bestehen galt, war die Aufforderung Allahs, dass Ibrahim seinen Sohn Ismail opfern sollte. In der letzten Minute gebietet Allah ihnen Einhalt und erlaubt, ein Schaf anstelle Ismails zu schlachten. Zusammen mit Ismail errichtete Ibrahim später die Kaaba und rief zur Pilgerfahrt zum Haus Allahs auf. Als Ibrahim schon ein sehr alter Mann war, kamen Engel zu ihm und seiner als unfruchtbar geltenden Frau Sarah und kündigten ihnen die Geburt Ishaqs an. Neben diesen beiden Kindern hatte er vermutlich noch 11 weitere Kinder von zwei anderen Ehefrauen. Sein Beiname war al-Khalil.
7   Lût¹ لوط Lot
Lut war der Prophet, der die Menschen in den Städten Sodom und Gomorrha zum Glauben an den einen Gott aufrief. Er war der Neffe Ibrahims, der mit ihm zusammen in das Gebiet ash-Sham auswanderte.In Sodom und Gomorrha lebte ein ungläubiges Volk, das verschiedene sexuelle Praktiken ausübte, die von Allah nicht erlaubt sind. Dazu gehörte in besonderem Ausmaße die Homosexualität zwischen Männern. Das Verhalten dieses Volkes war von Egoismus, Lust und Begierde, Überheblichkeit, Alkoholismus, Zügellosigkeit, Betrug und Raub gekennzeichnet. Dennoch versuchte Lut unermüdlich dieses Volk zum rechten Glauben aufzurufen. Eines Tages hatte er Besuch von Gästen, die in Wahrheit Engel waren. Die Bewohner von Sodom und Gomorrha kamen zu seinem Haus und versuchten in sein Haus einzudringen. Er versuchte sie weiterhin zum rechten Verhalten aufzurufen und erinnerte sie daran, das sie lieber bei ihren Frauen einkehren sollten. In dieser Nacht verkündeten die Gäste Lut, dass er fliehen sollte, da die Stadt am nächsten Morgen zugrunde gehen würde. Denn zur Strafe sandte Allah einen Regen aus Steinen und ein Erdbeben über Sodom und Gomorrha. Luts Frau gehörte auch zu den Menschen, die an jenem Morgen vernichtet worden, als die Städte Sodom und Gomorrha so zerstört wurden, dass das unterste nach oben gekehrt war. Nur Lut und seine Familie wurden gerettet. An der Stelle, an dem dieses Volk untergegangen ist, soll ein See liegen, in dem kein Leben ist. Manche meinen, das wäre das Tote Meer.
 8  Shu‛aib¹ شعيب Jitro
Shu’aib entstammt dem Volk der Madyan und wurde von Allah zum Propheten berufen. Es lebte am Rande von ash-Sham im Norden des Hijaz, in der Nähe des Sees des Volkes von Lot und war sehr wohlhabend. Der Reichtum fußte jedoch auf Diebstahl und Betrug beim Handeln. Sie waren überheblich und hochmütig und bereicherten sich auf ungerechte Weise. Shu’aib rief sein Volk zum Glauben an Allah und das Jenseits und zu Ehrlichkeit und Gerechtigkeit auf, worüber sie sich nur lustig machten. Sie sahen nichts falsches darin, ihren Reichtum durch Betrug, Wucher und Zinsen zu erwerben. Als sie auf Shu’aibs Warnungen nicht hören wollten, sandte Allah einen Schrei und infolgedessen ein Erdbeben auf das Volk der Madyan, der alles und jeden – bis auf Shu’aib und die Gläubigen – vernichtete.
 9  Ismâ‛îl¹ إسماعيل Ismael
Ismail ist der Sohn von Ibrahim und seiner zweiten ägyptischen Frau Hajar. Nachdem Ibrahim seine Frau und seinen Sohn auf Befehl Allahs in der steinigen, sandigen Gegend des heutigen Mekka zurückließ, fand Hajar auf wundersame Weise die Quelle Zamzam, die ihr Überleben sicherte und zur Entstehung der Stadt Mekka führte. Ismail wuchs dort auf und heiratete eine Frau aus dem Stamm der Jurhum. Auf diese Verbindung ist der Stamm der Quraysh zurückzuführen, dem der Prophet Muhammad (sas) angehörte. Allah prüfte beide und trug Ibrahim auf, seinen Sohn Ismail zu opfern. In der letzten Minute gebietet Allah ihm Einhalt und erlaubt, ein Schaf anstelle Ismails zu schlachten. Zusammen mit Ismail errichtete Ibrahim später die Kaaba. Ismail soll der erste gewesen sein, der Pferde zähmte und zum Reiten nutzte. Er wurde vermutlich 137 Jahre alt und hatte wohl 12 Söhne.
10   Ishâq¹ إسحاق Isaak²
Ishaq ist der Sohn, der Ibrahim und seiner ersten Ehefrau Sarah im hohen Alter gegeben wurde, und war selbst Prophet. Er soll 14 Jahre nach der Geburt seines Halbbruders Ismails im Gebiet von Ash-Sham geboren worden sein. Im Alter von 40 Jahren hat er Rifqa (Rebekka) geheiratet, die zunächst keine Kinder bekommen konnte. Nachdem Ishaq zu Allah gebetet hatte, bekamen sie dennoch Zwillinge: al-‘Îsa (Esau) und Ya’qub. Am Ende seines Lebens erblindete Ishaq und starb vermutlich im Alter von 184 Jahren.
11   Ya‛qûb¹ يَعْقُوب Jakob²
Ya’qub ist einer der beiden Söhne von Ishaq und Rifqa (Rebekka). Sein Zwillingsbruder war al-‘Îsa (Esau). Zwischen den Brüdern soll Zwietracht geherrscht haben, so dass Ya’qub vor den Intrigen al-‘Îsas in das Zweistromland fliehen musste, wo er mehrere Jahre Schafe bei seinem späteren Schwiegervater hütete. Er heiratete dann die beiden Frauen Leah und Rachel, die ihm ingesamt acht Söhne und eine Tochter schenkten. Mit den beiden Mägden seiner Ehefrauen hatte er weitere 4 Söhne. Insgesamt hatte er also 12 Söhne – darunter war der spätere Prophet Yusuf. Nach zwanzig Jahren in der Fremde befahl Allah Ya’qub zurück zu seinem Vater Ishaq in das Gebiet von ash-Sham zu ziehen. Dort versöhnte er sich mit seinem Bruder al-‘Îsa (Esau). Da soll er auch die Gebetsstätte Bait al-Maqdis in Jerusalem errichtet haben. Als sein Sohn Yusuf ihm eines Tages von seinem besonderen Traum erzählte, wusste er, dass auch ihm eine Zukunft als Prophet bevorstand. Seine anderen Söhne schmiedeten vor Eifersucht einen Plan, um Yusuf verschwinden zu lassen. Vor Kummer erblindete Ya’qub, er verlor allerdings nie die Hoffnung, seinen Sohn wiederzusehen. Nach vielen, vielen Jahren fanden seine Söhne Yusuf in Ägypten wieder, bereuten ihre Tat und versöhnten sich mit Yusuf. Die Familie wurde wieder zusammengeführt und lebte fortan in Ägypten. Ya’qub starb vermutlich im Alter von 180 Jahren. Sein Beiname war Israil. Seine 12 Söhne gelten als die Urväter der 12 Stämme der Banu Israil.
12   Yûsuf¹ يوسف Josef
Yusuf ist einer der 12 Söhne des Propheten Ya’qub, aus denen die 12 Stämme der Banu Israil hervorgingen. Seine Mutter war Rachel. Er hatte einen jüngeren Bruder Binyamin und 10 ältere Halbbrüder. Er träumte im jungen Alter, dass sich die Sonne, der Mond und zwölf Sterne vor ihm verbeugen würden. Als er das seinem Vater Ya’qub erzählte, erkannte dieser, dass Yusuf eine Zukunft als Prophet bevorstehen würde. Seine Brüder waren eifersüchtig auf ihn und schmiedeten den Plan, Yusuf in einen Brunnen zu werfen und ihrem Vater Yusufs Tod vorzutäuschen. Yusuf wurde von Händlern gefunden, als Sklave nach Ägypten gebracht und dort an einen wohlhabenden Mann verkauft. Als er zu einem schönen, klugen Mann herangewachsen war, versuchte die Ehefrau seines Herrn ihn zu verführen. Er widersetzte sich, woraufhin die Ehefrau es veranlasste, dass Yusuf viele Jahre im Gefängnis eingesperrt blieb. Dort begann er Träume zu deuten, bis er eines Tages die Möglichkeit erhielt auch den Traum des damaligen Herrschers von sieben fetten Kühen, die von sieben mageren Kühen verschlungen wurden, zu deuten. Yusuf deutete den Traum so, dass auf sieben ertragreiche Jahre sieben Jahre der Dürre und des Hungers in Ägypten folgen würden. Der König ließ Yusuf frei und machte ihn zu seinem Vertrauten. Yusuf verwaltete in den nächsten Jahren die Kornspeicher des Landes und wurde zu einem der mächtigsten und reichsten Männer des Landes. Als die sieben Jahre der Dürre kamen, hatte Yusuf genügend Vorräte angelegt, um die Versorgung aller Menschen abzusichern. Auch im Gebiet von ash-Sham litten die Menschen unter der Dürre. Deshalb zogen die Brüder Yusufs nach Ägypten und baten dort um Vorräte. Yusuf erkannte sie bei der Ausgabe des Getreides, seine Brüder erkannten ihn jedoch nicht. Durch eine List erreichte es Yusuf, dass sein kleiner Bruder Binyamin bei ihm bleiben konnte. Als die Brüder zum dritten Mal nach Ägypten kamen, gab sich Yusuf zu erkennen. Seine Brüder bereuten ihre Taten und überbrachten ihrem Vater Ya’qub die gute Nachricht. Die Familie wurde wieder zusammengeführt und lebte fortan in Ägypten. Yusuf begrub seinen Vater Ya’qub in ash-Sham (möglicherweise in Hebron) und starb vermutlich im Alter von 120 Jahren, nachdem er 80 Jahre lang von seinem Vater getrennt war. Auf Yusuf und seine 11 Brüdern gehen die 12 Stämme der Banu Israil zurück.
13   Ayyûb¹ أيّوب Hiob
Ayyub ist ein Prophet, der von den Nachkommen al-‘Îsas, dem Bruder Zwillingsbruder Ya’qubs, abstammen soll. Er war ein vermögender Mann, der viel Vieh und viele Ländereien besaß, für den viele Knechte arbeiteten, und der eine große Familie mit vielen Kindern hatte. Er war großzügig und behandelte alle Menschen gerecht. Doch er wurde von Allah harten Prüfungen unterzogen: all sein Reichtum und Wohlstand wurde ihm genommen und ihn befiel eine schlimme Krankheit, die letztendlich dazu führte, dass sein Volk ihn vertrieb. Trotz alldedem blieb er immer geduldig und gottergeben. Die einzige, die ihn unterstützte und für ihn sorgte, als er es selbst nicht mehr konnte, war seine Frau. Sie verkaufte in ihrer Not sogar ihr eigenes Haar, um von dem Erlös Nahrung für ihren Mann kaufen zu können. Auch als er im schlimmsten Gesundheitszustand war, bat er Allah nicht um Erlösung, sondern blieb Allah dankbar für die vielen segensreichen Jahre zu Beginn seines Lebens. Seine schreckliche, zerstörerische Krankheit soll 18 Jahre lang angedauert haben, bis Allah vor ihm eine Quelle entspringen ließ. Als er von ihrem Wasser trank und sich mit ihrem Wasser wusch, wurde er von seiner Krankheit befreit und es wurde ihm seine schöne Gestalt, sein Reichtum und seine Familie zurückgegeben und dieser Lohn sogar noch verdoppelt. Er soll im Alter von 93 Jahren gestorben sein.
 14  Yûnus¹ يونس Jonas²
Yunus soll im Zweistromland, im heutigen Irak, gelebt haben und die Menschen dort zum Glauben an den einen Gott aufgerufen haben. Seine Beinamen waren Dhu an-Nun und Sahib al-Hut. Eines Tages war er der Ignoranz und des Trotzes seines Volkes müde und entschied sich, seine Heimat zu verlassen. Als er ein Schiff bestieg, das in Seenot geriet, entschieden die Insassen per Los, dass jemand über Bord gestoßen werden sollte. Das Los traf Yunus. Als er im Meer umhertrieb, verschluckte ihn ein Wal. Yunus begann zu verstehen, dass er die Stadt gegen Allahs Willen verlassen hatte und begann voller Reue zu beten und Allah zu lobpreisen. Allah nahm seine Reue an und ließ den Wal Yunus wieder ausspucken. Als Yunus zurück in seine Heimat kam, musste er feststellen, dass die Bewohner seine Botschaft verstanden hatten und in der Zwischenzeit begonnen hatten, nur Allah zu dienen und anzubeten.
 15  Mûsâ¹ موسى‎ Moses²
 16  Hârûn¹ هارون Aaron²
17  Yûsha’ يوشع Josua²
Yusha’ soll laut eines Hadiths Musa und Khidr begleitet haben. Er übernahm die Führung der Banu Israil nach dem Tod Musas und kehrte zusammen mit seinem Volk in das Heilige Land zurück. Er führte den Kampf gegen die damaligen Bewohner Jerusalems an und nahm die Stadt Jerusalem ein.
18   Ilyâs¹ إلياس Elija²
Ilyas soll von den Nachkommen Haruns abstammen und in der Nähe des heutigen Damaskus gelebt haben, möglicherweise in Baalbek. Sein Volk von den Banu Israil betete zu einem Götzen names Ba’l und hatte den Glauben seiner Vorfahren vergessen. Ilyas rief sie zum Glauben an den einen Gott auf, woraufhin sie ihn der Lüge bezichtigten und töten wollten. Deshalb flüchtete er und versteckte sich für eine unbekannte Zeit in einer Höhle. Als der Herrscher, der ihn verfolgen ließ, gestorben und ein neuer König an die Macht gekommen war, ging Ilyas mit seiner Botschaft zu diesem und überzeugte ihn und den Großteil seines Volks vom Glauben an den einen Gott.
 19  Dhu al-Kifl¹ ذو الكفل evtl. Ezechiel²
Manche sagen, dass Dhu al-Kifl von Ayyub abstammt, andere sind der Meinung, dass er nach al-Yasa’ folgte.
20   al-Yasa‛¹ اليسع Elischa²
al-Yasa’ folgte nach Ilyas und hat dessen Botschaft fortgeführt. Manche sagen, dass er sich zusammen mit Ilyas in der Höhle vor dem damaligen Herrscher versteckt habe.
21   Shamwîl شمويل evtl. Samuel²
Shamwil soll von den Nachkommen Haruns abstammen. Es gibt kaum gesicherte Informationen über ihn.
 22  Dâwûd¹ داود David²
Dawud war ein gottesfürchtiger, gottergebener Herrscher eines der Stämme der Banu Israil, stammte also von Ya’qub ab und lebte in Palästina. Er soll der erste gewesen sein, der Metall nutzte, um daraus Panzerhemden zu fertigen, und hat sich mit dieser Arbeit seinen Lebensunterhalt verdient. Als junger Mann hatte er gegen den sehr starken und riesigen Soldaten Jalut (Goliath) gekämpft und diesen überraschenderweise besiegt, woraufhin sein Volk ihn zum Herrscher machte. Allah vereinigte in ihm das Königstum und die Prophetie und er wurde von Allah aufgefordert, unter den Menschen auf gerechte Weise zu richten. Ihm wurde az-Zabour (die Psalmen) offenbart und er soll eine außergewöhnlich schöne Stimme gehabt haben, mit der er die Psalmen vortrug. Er sollte ursprünglich 60 Jahre lang leben, doch Adam hatte ihm zu Beginn der Schöpfung 40 seiner Lebensjahre überlassen, so dass er 100 Jahre alt wurde.
23   Sulaimân¹ سليمان Salomo²
Sulaiman ist der Sohn des Propheten Dawud und führte dessen Botschaft fort. Er war der größte Herrscher aller Zeiten und hatte Macht über die Winde, die Jinn und die Tiere, deren Sprache er verstand. Er rief nicht nur sein Volk zum Glauben an den einen Gott auf, sondern auch das benachbarte Volk von Saba und deren Königin Balquis, die die Sonne anbeteten. Im Koran wird beschrieben, dass es jemandem aus dem Umfeld von Sulaiman mit Allahs Hilfe möglich war, innerhalb eines Augenblicks den prachtvollen Thron von Balquis in den Palast von Sulaiman zu bringen. Als sie selbst dort ankam, fand sie ihren eigenen Thron schon dort vor und nahm den Glauben Sulaimans an, der sie daraufhin vermutlich geheiratet hat. Er ließ die von Ya’qub errichtete Gebetsstätte Bait al-Maqdis neu errichten und ausschmücken, die fortan als der Tempel von Sulaiman (Salomon) bekannt war.
24   Shi‛yâ إشعيا Jesaja²
25   Irmiyâ إرميا Jeremia²
 26  al-‛Uzair عزير wahrsch. Esra
Es wird gesagt, dass Uzair der Mann war, den Allah sterben ließ und nach 100 Jahren wieder zum Leben erweckte. Er gehörte zu den Banu Israil. Als er an einer in Trümmern liegenden Stadt vorbeikam, fragte er sich, wie Allah nach dieser Zerstörung wieder Leben geben könnte. Allah ließ ihn daraufhin sterben, erweckte ihn aber nach 100 Jahren wieder zum Leben. Als er in sein Dorf zurück kam, erkannte ihn bis auf eine alte, blinde Frau – seine ehemalige Magd – keiner mehr. Allah heilte die Frau auf Bitten Uzairs, so dass sie vor den Menschen im Dorf bestätigen konnte, dass es sich bei dem Mann um Uzair handelte. In seiner Abwesenheit soll der König Nebukaddnezar die Schriften Musas vernnichtet haben. Doch Uzair war in der Lage, den gesamten Text der Thora wiederzugeben, denn Allah hatte ihm dieses einzigartige Wissen gegeben. Manche sagen weiter, dass sein Name später von den Namen der Propheten gelöscht wurde. Und Allah weiß es am besten.
27   Zakariyâ¹ زكريا Zacharias³
Zakariya gehört zu den Nachkommen von Sulaiman und er ist der Vater des Propheten Yahya. Er rief die Bani Israil mit grpßer Hingabe zum Glauben an den Gott auf und erinnerte sie daran, die Botschaft der vorangegangenen Propheten nicht zu vergessen. Als er schon sehr alt war, betete Zakariya zu Allah und bat ihn um einen treuen, gottesfüchtigen Nachkommen, der die Banu Israil auf den rechten Weg führen würde. Trotz des hohen Alters und obwohl seine Ehefrau keine Kinder bekommen konnte, verkündeten die Engel ihm die frohe Nachricht, dass er einen Sohn bekommen würde, der ein edler, keuscher und gerechter Prophet werden würde.
28   Yahyâ¹ يحيى Johannes, der Täufer³
Yahya ist der Sohn des Propheten Zakariya. Er war ein mildherziger, tugendhafter und gottesfürchtiger Mensch und Allah verlieh ihm schon im Kindesalter Weisheit. Er kam kurz vor der Geburt ‘Isas zur Welt. Allah grüßt ihn im Koran mit den Worten: „Friede sei mit ihm am Tag, als er geboren wurde, und am Tag, als er stirbt, und Tag, wenn er wieder zum Leben auferweckt wird.“ Yahya soll sich oft von den Menschen entfernt haben und viel Zeit allein in der Natur verbracht haben, wo er Allah voller Ehrfurcht und Hingabe lobpreiste und anbetete. Allah befahl ihm, den Banu Israil fünf Gebote zu verkünden: den Glauben an die Einheit Gottes, das Gebet, das Fasten, das Almosengeben und das Gottesgedenken. Er wurde ermordet.
29   ‛Îsâ¹ عيسى Jesus von Nazareth³
 30  Muhammad¹ محمد  Muhammad

¹ Mit grün unterlegt sind die, die aus der Sicht der muslimischen Gelehrten mit Sicherheit als Propheten einzustufen sind. Nicht farblich unterlegt sind die, bei denen es darüber Uneinigkeit gibt.

² Mit dunkelrot unterlegt sind die, die sowohl von jüdischen als auch christlichen Quellen als Propheten betrachtet werden. 

³ Mit Orange unterlegt sind die, die nur von christlichen Quellen als Propheten betrachtet werden.

Wer sich nun noch einen Überblick verschaffen möchte, wie viele und welche Propheten die jüdischen und christlichen Quellen überhaupt kennen, der kann gern in die beiden folgenden Listen schauen:

  • Judentum: Der Talmud lehrt, dass es hunderttausende Propheten gab: zweimal mehr, als die Anzahl der Menschen, die Ägypten verließen. Doch die meisten sollen Botschaften überbracht haben, die allein für ihre eigene Generation bestimmt waren und über die in den Schriften berichtet wird. Dort werden nur 55 Propheten namentlich genannt, die in dieser Liste mit den Propheten nach der jüdischen Tradition zusammengefasst sind.
  • Christentum: Die Liste biblischer Propheten umfasst Personen, die in der Bibel als von Gott berufene und beauftragte Propheten oder Seher, Gottesmänner usw. bezeichnet werden, und Personen, die im Judentum nach dem Talmud als Nebi’im (Propheten) gelten, auch wenn sie in der Bibel nicht ausdrücklich so genannt werden.

 

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by Salsabil al-Almaniya