Woher kannst du das? Ist das schwer?

Aktualisierung: Mittlerweile läuft meine Website mit WordPress, was sehr viel einfacher zu nutzen ist als Joomla.

Ich wurde nun schon häufiger gefragt, wie ich meine Website erstellt habe. Woher ich das kann, wann ich das gemacht habe und was man dazu braucht – dazu will ich heute gerne etwas erzählen.

Weißt du was – ich glaube, ich könnte das hinkriegen

Erst einmal möchte ich kurz berichten, wie ich dazu kam, eine eigene Website zu machen:  Vor mehr als einem Jahr hatten meine Mutter und ich den Plan geschmiedet, eine Website für sie einzurichten. Sie ist freischaffende Künstlerin und überlegte, so ein Baukastensystem zu nutzen, das viele Anbieter kostenlos zur Verfügung stellen. Ich persönlich finde die grauenhaft und bestand darauf, dass sie das professionell machen lassen sollte. Als die zu erwartenden Kosten ihr Budget überstiegen und ich ihr ausgeredet hatte, die Seite von einem Studenten, der keine nennenswerten Referenzen aufweisen konnte, erstellen zu lassen, überlegte ich, ob ich das nicht selbst hinbekommen könnte. Ich googelte mal hier und mal da und entschied dann, meiner Mutter anzubieten, die Seite selbst zu machen.Die Ausgangslage war also so: Das, was ich hatte, war Liebe – ich wollte eine tolle Seite für meine Mutter machen, Neugier – ich liebe es, herauszufinden, wie Programme oder andere Sachen, von denen ich keine Ahnung habe, funktionieren und Spaß daran, mit dem PC und dem Internet zu arbeiten.

Stundenlanges Telefonieren und kleinere Nervenzusammenbrüche

Im Laufe eines Jahres las ich mir alle notwendigen Kenntnisse an, probierte vieles aus und telefonierte sicher mehrere hundert Stunden mit meiner Mutter. Sie schickte mir alle möglichen Materialien, ich schrieb ihr, welche Texte und Fotos ich von ihr bräuchte. Wir stellten Planungen auf und stießen sie wieder um, wollten alles hinschmeißen und fingen wieder von vorne an. Ich machte das neben der Ausbildung, neben Familie und Haushalt – und ich wirkte trotzdem recht lebendig, hatte ich jedenfalls den Eindruck – so schlimm kann es eigentlich gar nicht gewesen sein …

Als die Seite immer mehr Gestalt annahm und beinahe fertig war, hatte ich sehr viel dazugelernt und entdeckte doch immer wieder neues, das ich gerne noch zusätzlich installiert hätte. Aber irgendwann kam der Punkt, an dem wir sagten – mehr geht nicht, die Seite ist fertig und soll auch nicht durch technische Spielereien überladen werden.

Langsam reifte dann in mir der Gedanke, eine eigene Seite zu eröffnen. Eigentlich nur, um verschiedene Dinge auszuprobieren. Das tat ich erst einmal unter einer Domain, die ich bei einem kostenlosen Anbieter reservierte. Den Support und die Geschwindigkeit, den ich vom kostenpflichtigen Anbieter meiner Mutter gewöhnt war, vermisste ich allerdings bald und so wechselte ich zu all-inkl.com, die für unter 5 € im Monat ausreichend Webspace zur Verfügung stellen. An dieser Stelle: Vielen Dank, liebe Mutti, dass du diese Kosten für mich übernimmst! Und vielen Dank an das Team von all-inkl.com, das mich mehrmals gerettet hat – auch beim Totalzusammenbruch um 3 Uhr nachts.

Zur gleichen Zeit geriet ich in eine kleinere Sinnkrise. Denn es gibt einen Riesenhaufen an Dingen, die mich interessieren und die ich auch beruflich gerne machen würde. Ich hatte all diese Dinge in meinem Notizbuch versammelt und kam auf die Idee, über genau diese Themen auf einer eigenen Website zu schreiben. Und im Februar diesen Jahres begann ich nun, meine eigene Website aufzubauen. Und das Ergebnis seht ihr vor euch – am ersten Maiwochenende 2011 ging www.discoverthemuslimworld.de online.

Jetzt habe ich viel geschrieben … aber die Frage, wie „schwer“ das denn ist, noch nicht wirklich beantwortet. Und wie das geht? Auch nicht. Dazu kommen wir jetzt!

Folgende Programme, Materialien und Hilfsmittel habe ich verwendet:  

  •  Joomla: Das ist die Basis des ganzen. Ein CMS (Content Management System). Genauer gesagt, ein Open-Source-CMS. Das heißt, es ist kostenlos, jeder kann daran mitarbeiten, es zu verbessern und es gibt ständig Updates, die man auch beachten sollte. Die Grundlagen sind relativ leicht zu verstehen. Man benötigt eigentlich nur eine Internetadresse [eine Webdomain] unter der man Joomla installiert und das Programm selbst. Man bekommt es hier.
  •  Das Joomla CMS Support Forum: Es war meine erste Anlaufstelle, oft mein Retter in der Not und eine unglaubliche Ansammlung von Wissen. Es gibt eine sehr gute Zusammenstellung von FAQ, die man sich unbedingt durchlesen sollte. Die Menschen dort sind sehr hilfsbereit und antworten oft innerhalb weniger Stunden. Sie mögen es allerdings gar nicht, wenn man sich nicht selber erstmal Gedanken macht und die Suche betätigt, sondern jede Antwort auf einem Silbertablett serviert bekommen möchte. Und das Wort „Artisteer“ sollte man unbedingt vermeiden auszusprechen. Und auch wissen, was das ist. Aber das kommt zu gegebener Zeit und manche Erfahrungen muss man vielleicht selbst machen…Hier geht es zum Forum.
  •  Das Buch “Content Management mit Joomla! Für Kids“: Ein guter Einstieg, der allerdings von der Joomla-Version 1.0 ausgeht. Das Problem ist, dass ich die Seite mit Joomla 1.5 gemacht habe – worauf im Buch parallel immer wieder eingegangen wird – und es mittlerweile sogar schon die Version 1.6 gibt. Die ist komplett anders, als in dem Buch beschrieben. Wer also die neueste Version benutzen möchte, was ich (noch) nicht empfehle, da viele Erweiterungen noch nicht auf diese Version umgeschrieben worden sind, kann dieses Buch ignorieren. Für mich war es eine Hilfe – obwohl es für Kinder ist, musste ich streckenweise dreimal lesen und habe es immer noch nicht verstanden … – die Funktionsweise und den Aufbau von Joomla habe ich dort gelernt. Ein anderes sehr umfangreiches Buch findet man hier online. Ich habe soviel parallel gelesen und gesucht, dass ich nicht glaube, dass es eine Quelle gibt, die alle Infos auf einen Blick gibt. So oder so, man muss Lust haben, viel zu lesen und zu suchen und darf nicht aufgeben, wenn man etwas nicht verstanden hat.
  •  Templates: Wenn man Joomla auf seine Domain geladen hat, kann man aus einigen Templates wählen, die Layout, Farbe und die allgemeine Erscheinung der Website bestimmen. Wahrscheinlich wird man damit erst einmal nicht zufrieden sein und nach anderen suchen. Eine große Auswahl gibt es hier. Auf www.discoverthemuslimworld.de habe ich allerdings wieder ganz back-to-the-roots auf eines der im Basispaket enthaltenen Templates zurückgegriffen – sie haben die meisten Menüpositionen, die wenigsten Fehler im Quellcode und man findet zu fast jedem Problem schon eine Antwort, da sie einfach am meisten genutzt werden. Und an dieser Stelle noch einmal der Hinweis: Finger weg von Artisteer – das wirkt erst schön, bunt und einfach – wird aber zum Alptraum werden, wenn man es seinen Vorstellungen entsprechend ändern will.
  • Die Plattform Joomla Extensions: Hier sind unglaublich viele Erweiterungen (Komponenten, Module und Plugins), zum Teil auch kommerzielle, zu finden, die man auf der eigenen Website installieren kann. Eine sehr, sehr gute Seite, die aber erst relevant wird, wenn man schon eine Ahnung hat, worum es überhaupt geht. Diese Erweiterungen können von jedem geschrieben werden, der das beherrscht, und können deshalb Fehler im Quellcode enthalten, die letzten Endes Einfluß auf die Validität der Website haben, oder nicht optimal funktionieren – in erster Linie sind viele davon aber einfach nur sehr hilfreich, da man mit ihnen fast alles umsetzen kann, was einem vorschwebt.
  •  Firebug: Für Mozilla-Nutzer ist es ist sehr empfehlenswert, eigentlich unumgänglich, Firebug zu installieren. Es hilft fast immer. Insbesondere dabei, die Zeilen im Quellcode zu identifizieren, die man ändern muss, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Sehr wichtig! Wer noch immer den Internet Explorer verwendet, warum auch immer, kann mit F12 die Developer Toolbar aufrufen, die ähnliche Funktionen bietet. 
  • Weaverslave: Dieses Programm ist eine große Hilfe dabei, Dateien in verschiedenen Programmiersprachen zu editieren. Irgendwann wird man lesen, dass man die index.php, die template.css ändern soll – spätestens dann braucht man dieses Programm. Das, was man mit Firebug identifiziert hat, kann man am einfachsten mit Weaverslave ändern. Zum Beispiel hier herunterzuladen.
  •  Filezilla: Das ist ein FTP-Programm, mit dem man komfortabel Dateien auf seinen Webspace laden kann und das dabei hilft, den Überblick und die Zusammenhänge zu bewahren. Das hat mir sehr geholfen und kann hier heruntergeladen werden.

Das sind eigentlich die Programme und Hilfsmittel, die ich am häufigsten verwendet habe. Photoshop ist natürlich auch sehr nützlich, wenn man einen schicken Header (das Bild, das bei mir das Meer und ein Segelschiff zeigt), Banner oder sonstige Spielereien entwerfen möchte.

Alles in allem hat es mir immer viel Spaß gemacht, an den Websites zu arbeiten. Und es war mittelschwer … Wer nur ein kleines Projekt verwirklichen will und wenig Zeit hat, sollte sich vielleicht lieber nach einer einfacheren Möglichkeit umsehen.

Für mich selbst wäre so ein Baukastensystem nie in Frage gekommen … ich bin allerdings auch unzufrieden, wenn die Abstände nicht überall gleich sind, die Dinge, die ich zentriert haben möchte, nicht mittig sind oder Dinge, die es nicht sein sollen, asymmetrisch angeordnet werden. Ich hasse es, wenn Arial und Times New Roman, am besten noch in unterschiedlicher Schriftgröße, gemischt werden – sei es aus Versehen oder weil es nicht wichtig erscheint – ganz allgemein: ich mag Websites, die schnell zusammengeschustert werden und dementsprechend aussehen, gar nicht. Viele lässt das vermutlich kalt und die könnten sicherlich auch mit einem System, das nur wenige Möglichkeiten bietet, ihre persönlichen Wünsche umzusetzen, glücklich werden. Wer alles selbst bestimmen möchte und Lust hat, ein bisschen Zeit und Arbeit zu investieren, dürfte mit Joomla viel Spaß haben.

Share on Google+Tweet about this on TwitterShare on FacebookPin on PinterestEmail this to someone

Kommentar verfassen