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Koran auswendig lernen und wiederholen – eine Routine

Seit ich angefangen habe, regelmäßig aus dem Koran auswendig zu lernen, habe ich ein großes Problem. Das Problem ist nicht, in jeder Woche vier, fünf oder zehn neue Verse zu lernen – nein, gar nicht. Es ist die Wiederholung, die mir zu schaffen macht. Von Anfang an habe ich damit gekämpft, das Gelernte auch nach Wochen noch auswendig rezitieren zu können. Bis heute habe ich keine geeignete Routine und nehme mir immer wieder vor, endlich regelmäßig das Gelernte zu wiederholen, tue es aber letzten Endes nicht.  Koran auswendig lernen und wiederholen – eine Routine weiterlesen

Ruhe im Koran finden

Ich bin müde von den Meldungen der letzten Tage und Wochen.

Ich scheine hyperempfindlich zu sein. Ständig in Erwartung einer neuen Meldung. In Deutschland, in Europa, im Rest der Welt. Die Scheinwerfer der Weltpresse verharren nur wenige Stunden lang auf einem Schauplatz, manchmal nur wenige Minuten. Tod. Unzählige Schicksale. Keine Zeit für ihre Geschichten. Überall Tote. Und doch wünschen sich angeblich alle nur eines: Frieden. Für sich, für ihre Familien.

Ich möchte abschalten, ich suche nach Ruhe.

Ich nehme den Koran und schlage wahllos eine Seite auf. Es ist die Sure 14. Sie heißt Ibrahim, auch Abraham, nach dem gemeinsamen Vorvater aller Juden, Christen und Muslime benannt. Sicher nur ein Zufall. Ich lege im Moment keinen Wert darauf, meine Leser/innen von der Existenz göttlicher Lenkung zu überzeugen. Ich beginne zu lesen, zu rezitieren. Augenblicklich durchströmt mich ein warmes Gefühl. Innere Ruhe breitet sich aus. Ja, innere Ruhe. Da ist sie.

Ich lese vom Tag des Gerichts und von denen, die den teuflischen Einflüsterungen gefolgt sind. Sie klagen an, möchten die Schuld von sich weisen, suchen nach Ausreden. Doch für die Ungerechten gibt es keinen Ausweg, eine schmerzhafte Strafe wartet auf sie.

Ich lese von denen, die glauben und rechtschaffene Werke tun. Sie werden in die Paradiesgärten eingehen, so Gott will. Sie erwartet ein besonderer Gruß: der Gruß des Friedens.

Ich lese von der Kraft eines guten Wortes, das gleich den Wurzeln eines Baumes ist, dessen Zweige in den Himmel reichen und dessen Früchte jederzeit zugänglich sind.

Es heißt im Koran (Sure 14, Verse 22 – 27):

Und wenn die Sache entschieden sein wird, dann wird Satan sprechen: «Siehe, Gott versprach euch etwas, das mit Sicherheit wahr wird.  Auch ich habe euch (allerlei) Versprechen gemacht – aber ich habe euch betrogen. Und ich hatte keine Macht über euch, außer dass ich euch rief und ihr habt mich erhört. So tadelt nicht mich, sondern tadelt euch selber. Es ist nicht an mir, eure Hilferufe zu erhören, noch an euch, meine zu erhören. Ich habe es schon von mir gewiesen, dass ihr mich (Gott) zur Seite gestellt habt.» Den Ungerechten wird wahrlich schmerzliche Strafe sein.

Und die da glauben und gute Werke tun, werden in Gärten gebracht werden, durch die Wasserläufe fließen, ewig darin zu wohnen nach ihres Herrn Gebot. Sie werden willkommen geheißen werden mit dem Gruß “Frieden!”.

Siehst du nicht, wie Gott das Gleichnis eines guten Wortes prägt? (Es ist) wie ein guter Baum, der fest verwurzelt ist und dessen Zweige in den Himmel (reichen). Er bringt seine Frucht hervor zu jeder Zeit nach seines Herrn Gebot. Und Gott prägt Gleichnisse für die Menschen, auf das  sie nachdenken mögen.

Das Gleichnis eines schlechtes Wortes aber ist das eines verdorbenen Baumes, der aus der Erde entwurzelt ist und keinerlei Festigkeit mehr hat.

Gott stärkt die Gläubigen mit dem Wort, das fest gegründet ist, in diesem Leben wie in dem künftigen; und Gott lässt die Unrecht Tuenden irregehen; denn Gott tut, was immer Er will.

Nach der Rezitation dieser Verse spüre ich sie, die Ruhe und auch Klarheit. Ich werde heute keine Nachrichten mehr lesen, sondern mich meinen Gebeten widmen und – so Gott will – mit friedlichen Gedanken im Sinn einschlafen.

Möge Gott in unsere Herzen Erkenntnis und Geduld, Wissen und Weisheit, Verständnis und Barmherzigkeit setzen und uns helfen, diese Tugenden in unserem täglichen Leben einzusetzen.  Amin!

Juz 30 Boot Camp – Zwischenstand

Vor fast 2 Wochen habe ich euch von meinem Juz Amma Bootcamp erzählt. Aber so richtig wie im Bootcamp fühle ich mich ehrlich gesagt nicht.

Naja, wobei … heute habe ich meinen persönlichen Tiefpunkt erreicht und bin echt niedergeschlagen. Und das gehört doch auch zu so einem Extrem-Training, wie man es aus dem Fernsehen kennt, oder? Heute plagten mich nämlich solche Grundsatzfragen wie: Reicht es nicht eigentlich aus, das Juz Amma zu beherrschen? Warum mache ich mir überhaupt den Druck, das Juz Amma bis zu einem bestimmten Termin zu lernen? Und warum muss ich denn danach unbedingt noch weiterlernen? Vielleicht sollte ich den Kurs einfach abbrechen?

Ja, genau solche Fragen schossen mir heute durch den Kopf. Und wie es dazu kam? Das will ich euch gern kurz erzählen. Juz 30 Boot Camp – Zwischenstand weiterlesen