Ait Bougamez – Im Tal der Glücklichen

Im Juni und Juli diesen Jahres reisten wir nach Marokko, in das “Tal der Glücklichen”, nach Ait Bougamez. Ein Tal, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Ein Tal, das von atemberaubender Landschaft und einer Stille geprägt ist, die wir heute gar nicht mehr kennen – nur unterbrochen, vom Krähen des Hahnes, den Stimmen der Dorfkinder und dem einen oder anderen Truck, der den Staub auf den steinigen Pisten aufwirbelt.

Von Marrakesch aus fuhren wir zunächst nach Azilal und von dort aus ging es stundenlang auf Serpentinenstraßen durch die Berge, den Abhang tief ins Tal stets vor Augen, bis wir unser Ziel – den kleinen Ort Tabant – endlich erreichten.Dort verbrachten wir etwa vier Wochen. Von vielen Annehmlichkeiten, die wir kennen, war in diesem kleinen Berberdorf nichts zu finden: Wäsche wurde mit der Hand im Fluss gewaschen, einen Kühlschrank bot unsere Unterkunft nicht, gekocht wurde auf der offenen Flamme einer Gasflasche. Mein Telefon hatte keinen Empfang, Internet gab es selbstverständlich auch nicht.

Vier Wochen in Abgeschiedenheit.

Ich hatte erwartet, dass wir dort zur Ruhe kommen würden, dass wir ganz viel Zeit füreinander haben würden, dass den größten Teil des Tages auf der Veranda sitzen und Tee trinken würden – und am Abend tiefentspannt in die Kissen unserer Betten sinken würden.

Doch weit gefehlt.

Was mich am meisten überraschte – jetzt im Nachhinein erscheint es mir selbstverständlich – war, wieviel Zeit des Tages für alltägliche Dinge investiert werden mussten. Allein das Frühstück vorzubereiten dauerte gerne mal bis zu einer Stunde, wenn auf einer kleinen Flamme erst Eier, dann Tee gekocht und zu guter letzt die Milch für den Milchkaffee erhitzt werden musste.

Ohne Kühlschrank mussten Dinge wie Eier und Milch täglich neu besorgt werden, auch die anderen notwendigen Lebensmittel gab es nicht im Spätkauf um die Ecke. Nein, ein Fußmarsch von etwa 25 Minuten führte uns in das Zentrum des Örtchens Tabant. Doch mit zwei kleineren Kindern im Schlepptau dehnte sich dieser gerne einmal auf bis zu einer Stunde aus.

Hier geht es zur kompletten Bildergalerie:

 

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Ein Gedanke zu „Ait Bougamez – Im Tal der Glücklichen“

  1. salam aleikoum schwester,
    nun endlich, zwei jahre spaeter melde ich mich…. ja, es waere schoen, dich bei deinem naechsten besuch hier kennenzulernen, inchaallah, meld dich dann einfach! marhaba.
    gesegneten Ramadan! und liebe gruesse in die heimat.

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