10 Tipps zum Koranlesen für neue Muslime und Anfänger

quran-1719546_960_720Für mein neues Video habe ich 10 Tipps zusammengetragen, die ich dir gerne mit auf den Weg geben will, wenn du neu im Islam bist (oder dich gerade erst bewusster mit deiner Religion auseinandersetzt) und wissen möchtest, worauf du im Umgang mit dem Koran achten solltest. Diese Ratschläge resultieren aus meinen persönlichen Erfahrungen der letzten 10 Jahre, und ich hoffe, dass einige davon für dich nützlich sein können.

10 Tipps zum Koranlesen

  1. Beschaffe dir eine (oder mehrere) gute Übersetzung(en)!
  2. Besorge dir einen Korankommentar!
  3. Schau im Stichwortverzeichnis nach Themen, die dich interessieren, und fang’ um diese herum an im Koran zu lesen!
  4. Lies einen Vers immer im Kontext, nimm dir genügend Zeit und denke über die Worte nach, die du liest!
  5. Notiere dir offene Fragen, die während der Lektüre auftauchen, in einem kleinen Notizbuch und forsche nach den Antworten. Schreib dir auch die Antworten auf!
  6. Versuche einen wissenden Menschen zu finden, der dir helfen kann, deine Fragen zu beantworten. Verlass dich dabei auf Empfehlungen aus deinem Bekanntenkreis und auf dein Bauchgefühl!
  7. Realisiere, dass der Koran für alle Menschen und zu jeder Zeit offenbart wurde. Das bedeutet, dass ein Vers im Koran unterschiedliche Bedeutungsebenen haben kann. Manche Verse könntest du in einigen Jahren ganz anders verstehen könntest, als heute. Respektiere, dass Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und in unterschiedlichen Lebenssituationen einen anderen Zugang zum Koran haben als du.
  8. Behandle den Koran mit dem nötigen Respekt. Das beginnt bei einfachen, materiellen Dingen (Reinheit, Ablage des Koran) und reicht bis zu deiner inneren Einstellung (Ruhe, Konzentration, Bescheidenheit, Demut).
  9. Wahre Erkenntnis kommt mit der Zeit. Akzeptiere den Koran als ein Buch, dessen Tiefe und Bedeutung ein einzelner Mensch nie vollständig erfassen wird können.
  10. Beginne, die arabische Sprache zu lernen, um den Koran selbst rezitieren und eines Tages selbst im Original verstehen zu können und nicht von anderen abhängig zu sein.

Wenn du noch mehr wissen willst, dann schau’ dir sehr gerne mein Video an. Darin gehe ich auf alle 10 Punkte noch einmal genauer ein. Viel Spaß beim Ansehen!

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Koran auswendig lernen und wiederholen – eine Routine

Seit ich angefangen habe, regelmäßig aus dem Koran auswendig zu lernen, habe ich ein großes Problem. Das Problem ist nicht, in jeder Woche vier, fünf oder zehn neue Verse zu lernen – nein, gar nicht. Es ist die Wiederholung, die mir zu schaffen macht. Von Anfang an habe ich damit gekämpft, das Gelernte auch nach Wochen noch auswendig rezitieren zu können. Bis heute habe ich keine geeignete Routine und nehme mir immer wieder vor, endlich regelmäßig das Gelernte zu wiederholen, tue es aber letzten Endes nicht.

Vor einiger Zeit las ich einen Artikel, in dem es genau um dieses Thema ging. Als ich gestern mit meinem Mann über das Auswendiglernen und das Wiederholen sprach, fiel mir der Artikel wieder ein. Für mich und für euch möchte ich den Artikel kurz zusammenfassen.

Eine Frau, Maryam Amirebrahimi, schreibt darüber, dass sie den Koran auswendig lernt, aber neben Studium, Forschung und Job einfach keine Zeit fand, das Gelernte regelmäßig zu wiederholen. Ihr Lehrer hat ihm dann die folgende Methode vorgeschlagen:

  1. Zähle die Seiten oder Teile (Juz), die du bereits auswendig gelernt hast und bestimme die Anzahl an Seiten oder Teilen, die du jeden Tag zur Wiederholung lesen wirst: Wenn du zum Beispiel das Juz Amma auswendig gelernt hast, sind das 22 Seiten.  Dann solltest du jeden Tag 4 Seiten lesen. Wenn du schon mehr auswendig kannst, zum Beispiel 3 Juz, dann solltest du jeden Tag ein halbes Juz oder 10 Seiten wiederholen.
  2. Denn: Wenn du diese Anzahl von Seiten jeden Tag liest, dann wiederholst du alles, was du auswendig gelernt hast, innerhalb von einer Woche. Langsam wirst du merken, dass das Gelernte besser sitzt und frisch bleibt. Du wirst dir die gelernten Verse oder Suren immer schneller und leichter ins Gedächtnis rufen können.
  3. Du solltest die Anzahl der Seiten, die du täglich liest, langsam erhöhen, um so mehr du auswendig lernst.

Sie schlägt außerdem vor, dass man 5 von 7 Tagen in der Woche für die Wiederholung nutzt, an den restlichen beiden Tagen kann man sich den Stellen widmen, die einem Probleme bereiten oder sich zum Beispiel den Freitag freihalten und da die Sure al-Kahf lesen. Wenn man bereits mehr als 5 Juz auswendig kann, sollte man diese an 6 Tagen in der Woche wiederholen.

Sie erzählt auch von einem Shaykh, von dem sie hörte, dass man zur Wiederholung von einem Juz (also 22 Seiten) nicht länger als eine halbe Stunde brauchen würde. Das war für sie so ziemlich unvorstellbar. Und auch ihr fragt euch vielleicht, wie man das schaffen soll. Ich selbst habe heute zufällig meine Rezitation aufgenommen, um meine Fehler besser zu erkennen, und habe für eine Seite fünf Minuten gebraucht. Bei einem Juz wären das 110 Minuten, als fast zwei Stunden – ganz ähnlich scheint es auch Maryam Amirebrahimi  gegangen zu sein. Sie schreibt dann aber, dass sie durch Übung, Wiederholung und langsames Steigern der Seitenzahl immer schneller wurde. Mittlerweile liest sie ein Juz zur Wiederholung in 20 Minuten! Möglich ist es also inshaAllah, will ich damit sagen.

Ein letzter Tipp, den ich aus dem Artikel noch erwähnen möchte, ist dieser: Wenn man es an einem Tag nicht schafft, die Anzahl der Seiten, die man sich vorgenommen hat, zu lesen – dann sollte man die Anzahl verringern, aber die Wiederholung nicht einfach aussetzen. Dies kann zum Beispiel notwendig sein, wenn man Abschlussprüfung hat, in Hochzeitsvorbereitungen steckt oder anderweitig kurzfristig sehr eingespannt ist. Wenn man mit der Wiederholung aussetzt, ist es aber sehr schwer, nach der Pause weiterzumachen. Deshalb: Lieber die tägliche Portion etwas runterfahren und die Routine beibehalten und nach der Ausnahmephase ganz normal weitermachen.

Ich nehme mir ganz fest vor, diese Routine auszuprobieren und hoffe, dass sie für den einen oder die andere hilfreich ist. Möge Allah es uns erleichtern, seine Worte zu lernen, zu verinnerlichen und zu behalten. Amin!

 

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Arabisch lernen in einem Jahr?! #letsdoit

Arabisch lernen und endlich die arabische Sprache sicher beherrschen? Innerhalb eines einzigen Jahres?! Unmöglich, sagen die einen. Ich werde es einfach mal versuchen, sage ich. Wie ich das schaffen möchte, davon erzähle ich euch heute!

In meinem letzten Video habe ich euch von den 11 Zielen erzählt, die ich innerhalb des nächsten Jahres erreichen möchte. Einer meiner Vorsätze ist, dass ich endlich meine Arabisch-Kenntnisse verbessern und mich in die Lage versetzen möchte, mühelos an einem Gespräch auf Arabisch teilnehmen zu können.

Heute geht es darum, wie es mit meinen Plänen vorangeht und auf welchem Weg ich es schaffen möchte, innerhalb eines Jahres Arabisch zu sprechen. Außerdem stelle ich euch die Bücher vor, mit denen ich inshaAllah in den nächsten Monaten arbeiten will.

An alle, die gerade erst anfangen, Arabisch zu lernen, und hoffen, hier die Antwort zu finden, wo sie beginnen sollen: Ich fange mit dem Arabischen nicht bei Null an, sondern habe vor ein paar Jahren schon einen Arabischkurs an der Uni belegt. Die Büchertipps sind vielleicht trotzdem interessant für euch!

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Ruhe im Koran finden

Ich bin müde von den Meldungen der letzten Tage und Wochen.

Ich scheine hyperempfindlich zu sein. Ständig in Erwartung einer neuen Meldung. In Deutschland, in Europa, im Rest der Welt. Die Scheinwerfer der Weltpresse verharren nur wenige Stunden lang auf einem Schauplatz, manchmal nur wenige Minuten. Tod. Unzählige Schicksale. Keine Zeit für ihre Geschichten. Überall Tote. Und doch wünschen sich angeblich alle nur eines: Frieden. Für sich, für ihre Familien.

Ich möchte abschalten, ich suche nach Ruhe.

Ich nehme den Koran und schlage wahllos eine Seite auf. Es ist die Sure 14. Sie heißt Ibrahim, auch Abraham, nach dem gemeinsamen Vorvater aller Juden, Christen und Muslime benannt. Sicher nur ein Zufall. Ich lege im Moment keinen Wert darauf, meine Leser/innen von der Existenz göttlicher Lenkung zu überzeugen. Ich beginne zu lesen, zu rezitieren. Augenblicklich durchströmt mich ein warmes Gefühl. Innere Ruhe breitet sich aus. Ja, innere Ruhe. Da ist sie.

Ich lese vom Tag des Gerichts und von denen, die den teuflischen Einflüsterungen gefolgt sind. Sie klagen an, möchten die Schuld von sich weisen, suchen nach Ausreden. Doch für die Ungerechten gibt es keinen Ausweg, eine schmerzhafte Strafe wartet auf sie.

Ich lese von denen, die glauben und rechtschaffene Werke tun. Sie werden in die Paradiesgärten eingehen, so Gott will. Sie erwartet ein besonderer Gruß: der Gruß des Friedens.

Ich lese von der Kraft eines guten Wortes, das gleich den Wurzeln eines Baumes ist, dessen Zweige in den Himmel reichen und dessen Früchte jederzeit zugänglich sind.

Es heißt im Koran (Sure 14, Verse 22 – 27):

Und wenn die Sache entschieden sein wird, dann wird Satan sprechen: «Siehe, Gott versprach euch etwas, das mit Sicherheit wahr wird.  Auch ich habe euch (allerlei) Versprechen gemacht – aber ich habe euch betrogen. Und ich hatte keine Macht über euch, außer dass ich euch rief und ihr habt mich erhört. So tadelt nicht mich, sondern tadelt euch selber. Es ist nicht an mir, eure Hilferufe zu erhören, noch an euch, meine zu erhören. Ich habe es schon von mir gewiesen, dass ihr mich (Gott) zur Seite gestellt habt.» Den Ungerechten wird wahrlich schmerzliche Strafe sein.

Und die da glauben und gute Werke tun, werden in Gärten gebracht werden, durch die Wasserläufe fließen, ewig darin zu wohnen nach ihres Herrn Gebot. Sie werden willkommen geheißen werden mit dem Gruß “Frieden!”.

Siehst du nicht, wie Gott das Gleichnis eines guten Wortes prägt? (Es ist) wie ein guter Baum, der fest verwurzelt ist und dessen Zweige in den Himmel (reichen). Er bringt seine Frucht hervor zu jeder Zeit nach seines Herrn Gebot. Und Gott prägt Gleichnisse für die Menschen, auf das  sie nachdenken mögen.

Das Gleichnis eines schlechtes Wortes aber ist das eines verdorbenen Baumes, der aus der Erde entwurzelt ist und keinerlei Festigkeit mehr hat.

Gott stärkt die Gläubigen mit dem Wort, das fest gegründet ist, in diesem Leben wie in dem künftigen; und Gott lässt die Unrecht Tuenden irregehen; denn Gott tut, was immer Er will.

Nach der Rezitation dieser Verse spüre ich sie, die Ruhe und auch Klarheit. Ich werde heute keine Nachrichten mehr lesen, sondern mich meinen Gebeten widmen und – so Gott will – mit friedlichen Gedanken im Sinn einschlafen.

Möge Gott in unsere Herzen Erkenntnis und Geduld, Wissen und Weisheit, Verständnis und Barmherzigkeit setzen und uns helfen, diese Tugenden in unserem täglichen Leben einzusetzen.  Amin!

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Wie geht’s weiter nach dem Ramadan?

Gestern haben viele schon das Ende des Fastenmonats Ramadan gefeiert, andere tun das erst heute. Ganz egal, wann ihr (ge)feiert (habt): Ich wünsche euch  ein gesegnetes Eid al-Fitr. Möge Allah euer Fasten, eure Gebete und all eure Anstrengungen im Ramadan annehmen. Amin!

Abschied vom Ramadan

Hadith zum RamadanIch habe mich gestern den ganzen Tag auf seltsame Art traurig gefühlt – irgendwie verloren. Denn: Ich vermisse den Ramadan. Und das in diesem Jahr intensiver als jemals zuvor. Ich möchte mir die Motivation der letzten Wochen und das Gefühl des Geschützseins bewahren. Geschützt? Ja, ich fühlte mich geschützt und sicher vor den Einflüsterungen des Schaytan.

Aber ich möchte nicht allzu wehmütig und melnacholisch sein. Es gibt Wege, sich auch außerhalb des Ramadan zu schützen. Die Geheimwaffe sind Bittgebete. Wir können morgens und abends die Schutzgebete sprechen, die uns vom Propheten Muhammad, der Frieden und Segen Allahs seien auf ihm, überliefert sind. KoranversWir können beim Verlassen und Betreten unserer Häuser genauso wie beim Betreten und Verlassen der Toilette die Bittgebete sprechen, die uns vom Propheten Muhammad, Frieden und Segen Allahs seien auf ihm, überliefert sind. Wir können jeden Abend die Sure al-Mulk lesen und jeden Freitag die Sure al-Kahf lesen. Es gibt einen schier unendlichen Schatz an Möglichkeiten, uns auch außerhalb des Ramadan zu schützen.

Vorsätze für’s nächste Jahr

Ich möchte die Energie und Motivation, die ich im Ramadan gespürt habe, auch in das nächste Jahr mitnehmen und zu einer ein kleines bisschen besseren Person werden. Deshalb habe ich mir ganz konkrete und für mich realistische Vorsätze gefasst, die ich bis zum nächsten Ramadan erreichen möchte. Ich nenne sie meine “Ramadan Resolutions”. Nach einigen Monaten möchte ich diese Liste anschauen und mich selbst überprüfen, wie nah oder wie weit entfernt ich von meinen Zielen bin, um mein Verhalten ggf. zu korrigieren und mich neu zu fokussieren.

Ich habe über meine Vorsätze ein Video gemacht, schaut gern mal rein:

Meine Vorsätze sind also:

  1. Hifdh al-Quran: Ich möchte die 3 letzten Teile des Koran (Juz 28, 29 und 30) auswendiglernen und festigen.
  2. Koran lesen: Ich möchte jeden Tag im Koran lesen.
  3. Arabisch lernen: Ich möchte in der Lage sein, mich auf Arabisch zu unterhalten.
  4. Sunnah-Gebete: Ich möchte vor und nach den Pflichtgebeten regeläßig die Sunnah-Gebete verrichten.
  5. Tasbih: Ich möchte nach meinen Gebeten regelmäßig die empfohlenen Lobpreisungen Allahs sprechen.
  6. Fajr-Gebete: Ich möchte das Fajr-Gebet immer zu seiner Zeit verrichten.
  7. Besondere Bittgebete: Ich möchte jeden Monat eines der vom Propheten überlieferten oder koranischen Bittgebete auswendig lernen.
  8. Tägliche Bittgebete: Ich möchte die täglichen Bittgebete beim Aufwachen und Schlafengehen, beim Betreten und Verlassen der Toilette und beim Betreten und Verlassen des Hauses auswendig lernen.
  9. Sure al-Kahf lesen: Ich möchte jeden Freitag die Sure al-Kahf lesen.
  10. Islamische Bücher: Ich möchte jeden Monat mindestens ein islamisches Buch lesen.
  11. Fasten: Ich möchte jeden Montag und Donnerstag fasten.

Wenn ihr Lust habt, mich und andere anzuspornen und auch eure Vorsätze zu teilen, dann benutzt doch das Hashtag #ramadanresolutions und postet auf Twitter, Instagram, auf euren Blogs oder wo auch immer ihr mögt, was ihr im nächsten Jahr unbedingt umsetzen wollt. Das würde mich sehr interessieren! 🙂

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